Kontaktlinsen – die Alternative

Ein Rückblick

Kontaktlinsen sind aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Ihre Vorteile sind ausgesprochen überzeugend, wobei das Offensichtlichste ist, dass man sie nicht sieht. Die Idee der Kontaktlinse ist mittlerweile schon etwas betagt: Erfunden haben sie fast zeitgleich drei Augenärzte am Ende des 19ten Jahrhunderts. Sie stellen damals Glasschalen her, die das Auge völlig abdeckten. Dabei ließ der Tragekomfort sehr zu wünschen übrig und bruchanfälliges Glas im Auge ist nach heutigen Ansprüchen keinesfalls mehr vertretbar. Mittlerweile bestehen Kontaktlinsen aus verschiedenen Kunststoffen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Der erstmalig verwendete Kunststoff ist am bekanntesten unter dem Namen Plexiglas (Polymethylmethacrylat PMMA). Dieser war biologisch verträglich und bruchfest. Jedoch ist das Material kaum gasdurchlässig, was vor allem die wichtige Sauerstoffversorgung des Auges beeinträchtigt. Mit der Entwicklung neuer Kunststoffe schritt auch die Kontaktlinsenforschung voran. Zum heutigen Zeitpunkt bestehen die Linsen aus modernen Kunststoffgemischen, deren Eigenschaften auf dem Auge optimalen Tragekomfort und immer bessere Sauerstoffversorgung garantieren.

Kann ich Kontaktlinsen auch selber ausprobieren?

Damit Sie auch alle Vorteile Ihrer Kontaktlinse genießen können, muss eine gewissenhafte Anpassung und eine regelmäßige Kontrolle durch den qualifizierten Augenoptiker oder Augenarzt erfolgen. Selbstversuche können gefährlich sein, da sie zu Verletzungen des Auges, speziell der Hornhaut, führen können. Nicht jede Kontaktlinse ist beliebig für jedes Auge geeignet. Dem ersten Einsetzen sollte unbedingt eine eingehende Untersuchung durch den Augenarzt, bzw. Augenoptiker vorangehen. Auch Menschen, die schon länger keine Kontaktlinsen mehr getragen haben oder auch länger nicht beim Optiker oder Augenarzt waren, sollten sich vorher unbedingt dort beraten und untersuchen lassen. Die Hygiene und Handhabung der Linsen sollten durch den erfahrenen Anpasser vermittelt werden, denn dabei kann viel falsch gemacht werden.

Die Handhabung ist nach einer kurzen Einübung sehr einfach und auch das Ein- und Aussetzen ist keineswegs schmerzhaft. Jedermann kann, wenn alle Vorraussetzungen gegeben sind, Kontaktlinsen tragen. Es gibt sie selbst für Neugeborene. Wichtig ist, dass jederzeit eine einwandfreie Hygiene und Handhabung der Linsen gewährleistet ist.

Muss man sich an Kontaktlinsen gewöhnen?

Etwas schon. Ob Sie dazu ein paar Stunden oder 2 bis 4 Wochen brauchen, hängt vom Kontaktlinsenmaterial und Ihrer Empfindlichkeit ab. Die meisten Interessenten sind erstaunt, wie wenig sie spüren, wenn Ihr Augenarzt ihnen zum ersten Mal Kontaktlinsen aufsetzt, wenn es sich um weiche Linsen handelt. Sie werden sehr schnell als angenehm empfunden. Was bei formstabilen (so genannten harten) Kontaktlinsen anfangs etwas stört, ist das ungewohnte Gefühl beim Lidschlag. Sobald die Anpassung abgeschlossen ist, sind diese ersten Begleiterscheinungen verschwunden.

Wie funktioniert so eine Kontaktlinse?

Die kleinste aller Sehhilfen „schwimmt“ sozusagen auf dem Tränenfilm und kommt mit der empfindlichen Hornhaut nicht in Berührung. Durch die Kontaktlinse wird ebenso wie mit der Brille ein scharfes Bild der Umwelt auf der Netzhaut entworfen. Kontaktlinsen können sogar kleine Unebenheiten, wie Narben problemlos ausgleichen. Sie zentrieren sich von selbst auf dem Auge und sind in vielen Stärken erhältlich. Man kann sie in formstabile (harte), weiche, torische, bifokale und farbige Kontaktlinsen unterteilen.