(Harte sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen RGP, GP)

Eine kleine Anmerkung zu Beginn: Der Begriff harte Kontaktlinsen widerstrebt uns ein wenig, denn diese Linsen sind keineswegs mehr hart, wie es Plexiglas zu den Anfängen der Kontaktlinse war, sondern sie sind mittlerweile formstabil und flexibel. Das heißt, man kann sie schon leicht verbiegen, aber halt nicht so wie weiche Kontaktlinsen, die ja beinahe schon „wabbelig“ anmuten. Schon 1950 wurden erste Linsen gefertigt, die robust und unempfindlich gegen Kratzer waren. Sie konnten bereits den ganzen Tag getragen werden. Die Weiterentwicklung der harten Kontaktlinse ist die – wie bereits beschrieben – flexiblere, sauerstoffdurchlässige formstabile Linse. Seit 1980 werden Kontaktlinsen aus diesem hochwertigen Material gefertigt, das eine gute Langzeitverträglichkeit besitzt und wesentlich mehr Komfort zu bieten hat als Plexiglas. Zudem wurde immerfort an der Verbesserung der Sauerstoffdurchlässigkeit geforscht und entwickelt, so dass mit den heutigen Materialien Ihre Augen optimal mit Sauerstoff versorgt werden können.

Die englische Bezeichnung für harte Kontaktlinsen ist RGP oder GP „rigid gas permeable lenses“ oder neuer nur „gas permeable lenses“. Das bedeutet zu Deutsch: fest/hart und gasdurchlässig. Sie bestehen aus robusten Kunststoffen, die nur in seltenen Fällen ersetzt werden müssen. Zudem weist diese Kontaktlinsenart die besseren optischen Eigenschaften auf, sprich die schärfere Sicht, als bei weichen Kontaktlinsen.

Der Nachteil von Harten Kontaktlinsen

Und somit haben die harten Kontaktlinsen auch einen, meist leider entscheidenden Nachteil: Ihre schlechte Spontanverträglichkeit. Doch sie haben auch ihr Gutes. Sie korrigieren zum einen irreguläre Astigmatismen (schlechte Abbildung zum Beispiel durch Narben), helfen bei der Wundheilung am Auge und beheben auch hohe reguläre Astigmatismen besser, als ihre weichen Kollegen. Auch sind sie oft die letzte Lösung bei trockenen oder als trocken empfundenen Augen, wo die weichen Linsen manchmal schnell am Ende sind.

Der Durchmesser von harten Kontaktlinsen ist kleiner, als der Durchmesser der Hornhaut. Die Kontaktlinsen gleiten also auf der Hornhaut hin und her. Daran muss man sich ein wenig gewöhnen. Bei schnellen Bewegungen mit dem Kopf gehen harte Kontaktlinsen schneller verloren, als weiche. Aus diesem Grund sind sie für den Sport weniger geeignet.

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Zudem gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit mit so genannten Orthokeratologie- Kontaktlinsen, eine nicht allzu große Fehlsichtigkeit über Nacht verschwinden zu lassen. Diese Linsen drücken während der Schlafphase auf die Hornhaut des Auges und verformen die Durchbiegung derselben so, dass sie am folgenden Tag nur noch geringe Fehlsichtigkeiten bis gar keine mehr haben. Das Verfahren ist noch relativ neu und es gibt erst wenige Spezialisten, die solche Kontaktlinsen in Deutschland anpassen. Aber die bereits gemachten Studien sind vielversprechend.

Ein weiterer bedeutender Vorteil der harten Kontaktlinsen ist ihre Langlebigkeit. Bei guter Pflege halten sie ein gutes Jahr und darüber hinaus.
Unserer Meinung nach sind harte Kontaktlinsen einen Versuch und etwas Durchhaltevermögen wert. Sie sind einmal teuer, aber halten dann auch sehr lang. Dass sie zu Beginn unangenehm sind, gibt sich oft schon nach ein, zwei Wochen Übungszeit. Und sollten sie sich auf Dauer wirklich nicht mit harten Kontaktlinsen anfreunden können, gibt es auch noch viele weiche Varianten.